Abb. 1,   Quelle: http://www.expo21xx.com/... wind_lense.jpg
Abb. 1, Quelle: http://www.expo21xx.com/... wind_lense.jpg

 

Appell für die Schweinswale

von Franziska Nagel

 

Ein Blick in die Zukunft: Die Windräder Aerogenerator X des britischen Unternehmens Wind Power drehen sich direkt auf der Meeresoberfläche (Abb. 1). Die Turbine des Geräts soll drei Mal so groß sein, wie die von heute üblichen, horizontalen Windrädern, die erzeugte Leistung soll bei zehn Megawatt liegen.

 

Es ist erfreulich, dass bis 2020 mindestens 30% des Energiebedarfes aus erneuerbaren Energien gedeckt werden. Die ungefähre Hälfte davon wird Windkraft sein. Der Ausbau erneuerbarer Energien ist ein entscheidendes und wirksames Mittel, um die Folgen des globalen Klimawandels einzudämmen. Insbesondere die Offshore- Windkraft bietet dabei ein riesiges Potential zur Gewinnung von sauberer Energie. Aber Windparks sind auch eine weitere Belastung für die durch Überfischung, Algenpest, Schadstoffe und Müll ohnehin bedrohten Meere.

Dazu kommt eine Vielzahl industrieller Aktivitäten wie die Schiffsfahrt, der Kies- und Sandabbau, die Gewinnung von Erdöl und neuerdings der Bau von Windparks.

Verschiedene Meerestiere, insbesondere Seevögel und die streng geschützten Schweinswale sieht der Naturschutzbund Deutschland (NABU) bei Bau und Betrieb von Windrädern in der Nordsee bedroht. Beim Rammverfahren zur Errichtung von Offshore-Windparks besteht für die Meeressäuger die Gefahr eines Gehörschadens mit tödlichen Folgen. Denn ohne Gehör können Wale weder kommunizieren noch sich orientieren oder jagen . Erst wenn Windkraftanlagen mit weniger Lärm gebaut werden, ist es eine ,,grüne Technologie".

Gemeinsam mit der Gesellschaft zum Schutz der Meeressäuger (GSM) und der Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) fordert der NABU deshalb, dass die Seegebiete für Offshore-Windparks sehr sorgsam ausgewählt werden. In sensiblen Lebensräumen, in denen sich Schweinswale fortpflanzen und ihre Jungen aufziehen, dürfen keine Windparks genehmigt werden.

Der Unterwasserlärm bei der Errichtung der Windradfundamente kann durch so genannte Blasenschleier gedämpft werden. Dabei werden auf dem Meeresgrund rund um den Stützpfeiler Hochdruckleitungen verlegt, aus denen ein dichter Vorhang aus Luftblasen perlt. Die Schutztechnik ist beim ersten deutschen Offshore-Windpark „alpha ventus“ 2010 noch nicht wie geplant eingesetzt worden .“

,,2012 hat der Betreiber des Trianel Windparks vor Borkum aber 10 Mio. Euro in die Schallschutztechnik investiert.

Die letztlich 80 Windräder verteilen sich auf eine 56 Quadratkilometer große Fläche, wo Meeres-Biologen 50 bis 100 der 50 000 Schweinswale in der Nordsee vermuten."(WAZ, 9.2. 2012).

 

 

 

Quellen:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/ostsee-schweinswale-in-seenot-a-915576.html

http://www.nabu.de/themen/meere/windparks/11391.html

WAZ, 09. 02. 2012